„Es tut den Augen gut, sich mit Vroni Schweglers Bildern zu beschäftigen.“

Laudatio auf Vroni Schwegler
Kunstpreisträgerin der Johann-Isaak-von-Gerning-Stiftung im Rahmen des 5. Herbstsalons
Esther Walldorf, Bad Homburg, 27. September 2013

 

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Zwiegespräch mit einem Wandkaninchen

Locker übereinander gekreuzte Beine vermitteln üblicherweise den Eindruck von Entspanntheit. Auch die Hinterläufe jenes Kaninchens, das als filigrane, rund 30 cm hohe Bleistiftzeichnung etwa einen halben Meter über dem Boden meines Ateliers direkt neben der Eingangstür an der Wand schwebt, liegen über Kreuz. Aber dieses Kaninchen ruht sich nicht aus. Eher schon ist es dabei, ganz langsam zu verschwinden. Und vorher noch einmal an anderem Ort zu erscheinen. (...)

Tobias Schnotale im August 2013 

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Ein Fisch 1. Februar - 30. März 2013

"Da sag‘ noch einer, Künstler hätten kein Mitgefühl mit ihrem Modell. Das Gegenteil hat Vroni Schwegler bewiesen. Die Künstlerin bestattete ihr tierisches Modell neben dem Eingang der Orangerie, nachdem sie ihre Wandzeichnung im umgebauten Foyer fertiggestellt hatte. Zuvor hatte ihr der Barsch bei der Wandzeichnung „Der Fisch. 1. Februar bis 30. März“ tierischen Beistand geleistet.(...)"

Pforzheimer Zeitung am 5. April 2013

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Vroni und die toten Hasen

"Vroni [1] ist eine zierliche, schlanke, fast ein wenig knochige Frau. Ein bißchen sieht sie aus wie aus spätgotischem Holz geschnitzt. Ins Männliche transponiert gäb' sie einen schönen, asketischen Heiligen in einem Stoss- oder Riemenschneider-Altar ab, einen Hieronymus zum Beispiel. Da gehörte dann ein Löwe dazu.
Aber zu Vroni gehören die toten Hasen..."

aus: Helmut Wicht in seinem Blog "Anatomisches Allerlei" am 7.3.2012

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Tier

"Die Künstlerin arbeitet ganz in der Tradition des Naturalismus vor dem Motiv.(...) Nicht Stillleben entstehen so sondern eine stillgelegte Natur, die eigenartig befremdet. In den Druckgraphiken wachsen aus dem tiefschwarzen Staccato der Kaltnadelstriche Bilder, die zwischen Gegenstand und reiner Form hin- und herkippen, in denen Schwarz und reiche Grautönen eine eigene Farbigkeit entwickeln. Ohnehin versetzt Schwegler ihre Tiervorlagen in eine Art Schwebezustand, der den Tod nicht ausblendet, aber auch nicht zum vordergründigen Thema macht. So sind der intensive Blick und das genaue Studium in diesen Graphiken der Ausgangspunkt zu Bildern, die über den traditionellen Naturalismus weit hinausgehen."

aus: Verein für Original-Radierung, Pressetext, München, 2012

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Bücher und Hasen

"Vroni Schwegler traf Kevin Perryman, den Erfinder, Verleger, Betreiber des Babel Verlages 2004 auf der Frankfurter Buchmesse. Es war, wie sie sagt, der einzig schöne Stand auf der ganzen Messe, eine Insel, ruhig und klar und schlicht in lauter Buntem und Lautem. Sie konnte sich kaum lösen. Dazu noch ein großes Foto von Friederike Mayröcker, die sie schon lange mochte. Zu dieser Zeit hatte Vroni Schwegler grade begonnen, ihre eigenen Radierungen in die Ordnung von Bücher, Heften und Leporellos zu bringen. Keine dicken Prachtbände, sondern leichte, selbstverständliche Faltungen, die einzelne Werkkomplexe zusammenbrachten, ihnen eine Reihenfolge und einen Ort gaben. Etwas, wo sie hingehören, herausgelöst aus der großen Menge der entstehenden Arbeiten. Das Aufräumen, das Ordnen, das Bergen lag ihr nah und der erste Band dieser gebundenen / verbundenen Radierfolgen hieß Bergung“. In diesem Moment war das Aufgeräumte des Babel Standes und die ästhetische Klarheit, die er ausstrahlte, das Äquivalent zum eigenen Tun und zum eigenen Bedürfnis."

aus: Mareike Hennig, Rede zur Ausstellungseröffnung "Bücher und Hasen" in der Buchhandlung Walther König, Frankfurt am Main, 2010

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Tiere in der Kunst

"Aus der Künstlerhand von Vroni Schwegler, einer Nitsch-Schülerin an der Städelschule in Frankfurt, stammen die atemberaubenden Momentaufnahmen vom Zerfallsprozess toter Wildhasen. (...) Betrachtet man Schweglers makabre Hasenkörper in der Vitrine, wird man zugeben, dass diese die augenfällige haptische Sensibilität von Dürers Ikone noch spielend übertreffen.

aus: Wolfgang Koch,“Tiere in der Kunst 3” im Wienblog der taz am 3.7.2009

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Ein Hase träumt sich selbst

"Da liegt - als wäre das möglich - ein schwebender Hase: eindeutig und unbestimmt zugleich. Schon fast verschwunden oder noch nicht ganz aufgetaucht, ist er da und doch nicht zu greifen, ist er weg und dennoch sichtbar. Es ist nicht einfach ein Hase, wie er gewesen ist; es ist auch nicht nur ein Hase, wie die, die ihn malt, ihn gesehen hat. Was Vroni Schwegler hier zeigt, es ist anderes und mehr: die Anmutung eines Hasen, die Erinnerung eines Hasen an sich selbst, das Bild eines Hasen, ein Hasenbild, das in sanfter Ruhe eine stete Bewegung zwischen Präzision und Unbestimmtheit, zwischen Traum und Tod vollzieht. Das Bild, ein Aquarell, trägt, unten rechts in Bleistift angegeben, den Titel: Hasenbalg."

aus: Mareike Hennig und Roland Borgards,"Ein Hase träumt sich selbst", 2003

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Hasenmalen

"der hase erscheint uns in der natur als fluchttier, er hat ein schönes weiches braunes oder graues fell, der leicht verletzbare bauch ist weiß. die tiere sind tot so malt sie vroni schwegler. man möchte das tote tier an die wange halten um das anschmiegsame fell zu spüren.
das fluchttier flieht instinktiv den tod, das tragische, den konflikt. trotzdem kennt es augenblicke der behaglichkeit, der intensiven lebensfreude, die es der permanenten gefahr abtrotzt.
das fluchttier ist ein modell der lebensbewältigung durch welches versucht wird der gefährlichkeit der existenz vorerst einmal auszuweichen. dem gegenüber steht das raubtier, es organisiert sich sein leben anders. trotzdem werden beide lebensformen vom tragischen eingeholt. niemand bleibt die auseinandersetzung mit dem tragischen, mit dem tod erspart."

aus: Hermann Nitsch,"Hasenmalen", 2002

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Zu den Radierungen von Vroni Schwegler

Vroni Schwegler (geboren 1970) aus Frankfurt am Main arbeitet seit Jahren an naturalistischen Themen, wobei sie die jeweils vorgefundenen Formsysteme, wie etwa nach der Natur studierte Landschaften, Tierkadaver wie Fischköpfe und Hasen, oder aber aus historischen Gemälden herausgegriffene Figuren oder Figurenkomplexe auf innere Ordnungen oder formale Rhythmen hin untersucht. Indem sie diesen mit feinem Strich „nachspürt", werden die vorgefundenen Formen anverwandelt und „transformiert". Das Mappenblatt Beweinung, nach Metsijs II gehört in einen Zusammenhang von Bearbeitungen der Passion Christi, dessen Leiden durch die grafische Umsetzung intensiviert wirken: Fast scheint es, als würde der Körper Christi durch Schweglers „Strichhiebe" mit der Radiernadel zusätzlich gemartert. Zugleich betont das Herausgreifen der Christusfigur, der allenfalls angedeutete Draperien der Madonnenfigur und separate Hände notdürftigen Halt verleihen, die existentielle Vereinsamung und Vereinzelung des Erlösers.

aus: Rudolf von Hillern,"Zu den Radierungen von Vroni Schwegler", 2004

Gezeichnete Wunden

Olaf Velte in der Frankfurter Rundschau am 27./28. 2. 2010

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